Friedrich-Schiller-Gymnasium Pfullingen
Heute ist Dienstag, der 24.05.2016

Schulgeschichte

 

 

Von der Lateinschule zum Gymnasium im Klostergarten


Nach jahrelangen Bemühungen wurde am 22. April 1763 die in Pfullingen bestehende Lateinschule durch ein herzogliches Dekret zu einer öffentlichen Schule erklärt. Wir haben also seit ca. 250 Jahren in Pfullingen eine "Höhere Schule" (so hat es früher geheißen).

Im Laufe der Zeit wurde diese "Höhere Schule" oft umgetauft und umgesiedelt: Aus der Lateinschule wurde eine Realschule, daraus eine Oberschule für Jungen, eine Oberschule, ein Progymnasium und schließlich das Gymnasium. Die Schule zog vom Ein-Zimmer-Schulhaus über das Rathaus in die Uhlandschule, dann in den "Kostenbader", das Vereinshaus und schließlich in den Klostergarten.

 

 

Permanente Raumnot


Was sich wie ein roter Faden durch die Geschichte schlängelt, ist die permanente Raumnot. Ein Beispiel aus der Jahrhundertwende: Wegen der übergroßen Zahl der Schüler konnten nicht einmal alle sitzen. 461 Kinder beiderlei Geschlechts wurden in einer "Schulstube" von 4 Lehrern unterrichtet. Hoffentlich steuern wir nicht wieder ähnliche Zustände an.

Auch im Klostergarten wird es etwa alle 10 Jahre zu eng: Der Neubau 1957 (der jetzt A-Bau heißt) wurde schon bald zu klein, der darauffolgende Anbau reichte ebenfalls nur kurze Zeit, und trotz des Neubaus aus dem Jahre 1971 (dem heutigen B-Bau) fehlte es bald wieder an Platz. Ein drittes Gebäude mit acht Klassenzimmern (der C-Bau) wurde 1998 fertiggestellt. Vorläufig abgeschlossen ist die Erweiterung des Friedrich-Schiller-Gymnasiums mit der Errichtung von D-Bau und Mensa, die beide im Herbst 2010 offiziell eingeweiht wurden.

 

 

Die Arbeitsbedingungen


Der Präzeptor (ein herrlicher Name für einen Lehrer) erhielt damals "quartaliter" von jedem Schüler einen Gulden und 30 Kreuzer. Wenn man bedenkt, dass damals ein Simri Gerste einen Gulden 20 Kreuzer kostete, war dies bei nur 32 Schülern ein echter Hungerlohn. So verwundert es dann auch kaum, dass der Chronist Bames schrieb: "1760 resignierte Präzeptor Schmid wegen zu geringen Gehaltes und weil ihn der Kirchenkonvent mehrmals wegen Schwelgerei gemahnt hatte."
Für diesen geringen Lohn war der Präzeptor gehalten ordinarie täglich 5 Stunden Unterricht zu geben: drei Stunden am Vor- und zwei Stunden am Nachmittag. Hinzu kam eine Repetitionsstunde. Macht also bei sechs Schultagen in der Woche insgesamt 36 Unterrichtsstunden.

Heute erteilt ein Gymnasiallehrer bei vollem Deputat 25 Unterrichtstunden pro Woche. Das ließe sich schon aushalten, wären da nicht noch die Unterrichtsvorbereitung, Aufsichten, Korrekturen, Sitzungen, Konferenzen, Verwaltungstätigkeiten, Schüler- und Elterngespräche, Organisation von Ausflügen, Exkursionen, Schullandheimaufenthalten und Studienfahrten sowie viele andere Tätigkeiten mehr, die diese Wochenarbeitszeit leicht verdoppeln, wenn nicht gar verdreifachen. Das Gehalt des Gymnasiallehrers hat sich im Vergleich zu früher zweifellos verbessert, ob dies auch für die Arbeitsbedingungen zutrifft, wollen wir an dieser Stelle mal offen lassen.

 

 

Der Ruf


Gegen alle anders lautenden Gerüchte genoss die Pfullinger Schule schon im 18. Jahrhundert einen ausgezeichneten Ruf. Die Präzeptoren mussten streng auslesen, zumal viele Extrasnei (das damalige Wort für Auswärtige) in Pfullingen zur Schule gingen. Friedrich Meyer schrieb in seinem Pfullinger Heimatbuch über den Präzeptor Benjamin Friedrich Schmid: "Er verschaffte und erhielt der hiesigen Lateinschule 16 Jahre lang, von 1778-1793, einen solchen Ruf, dass man sie damals für eine der vorzüglichsten Anstalten in Württemberg hielt." Übrigens arbeiten wir heute im Klostergarten mit Vehemenz daran, diesen Ruf wieder zu erlangen - und ich bin überzeugt, dass es uns gelingt!

 

 

Die "Neuzeit" der Schule


Mit dem neuen Jahrhundert wird der Unterricht der Lateinschule aufgelockert. Man lernt nicht mehr nur Latein, sondern Arithmetik, Geometrie, Geschichte und als Folge der napoleonischen Kriege auch Französisch.

1945 beginnt die Neuzeit für die höhere Schule: Mit 4 Lehrkräften und 158 Schülern nimmt die Oberschule für Jungen im unteren Stockwerk der Mädchenschule ihren Betrieb auf. 1953 wird die Schule in "Progymnasium Pfullingen" umbenannt. Und vier Jahre später, am 2. September 1957, wird der erste Bau im Klostergarten bezogen.

Seit 1977 trägt unsere Schule den Namen "Friedrich-Schiller-Gymnasium".