"Krabat"  -   Ein Internetprojekt der Klasse 7c des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Pfullingen

Home
Der Inhalt
Die Orte
Die Mühle
Der Meister
Krabat
Die Mühlknappen
Der "Herr Gevatter"
Die Kantorka
Zaubern
Rituale und Bräuche
Die Krabat-Sage
Die Sorben
Krabat-Quiz
Das Projekt

Der Inhalt


Das erste Jahr

Krabat ist ein wendischer Betteljunge von 14 Jahren. Gemeinsam mit zwei anderen Jungen zieht er in der Zeit zwischen Neujahr und dem Dreikönigstag durch die Gegend von Hoyerswerda in Sachsen. In der Nacht ruft ihn ein merkwürdiger Traum nach Schwarzkollm, zur Mühle im Koselbruch. Nachdem Krabat den Traum zum dritten Mal geträumt hat, beschließt er dem Ruf zu folgen. Dort wird er vom Müller, der sich als „Meister“ bezeichnet, empfangen und als Lehrjunge aufgenommen, um das Müllern zu lernen und „auch alles andere“. 

Neben dem Meister und Krabat leben und arbeiten noch elf Müllerburschen in der Mühle. Besonders zu Tonda, dem Altgesell, fasst Krabat sofort Vertrauen. Er wird sein Freund, und einen Freund kann Krabat gut gebrauchen in dieser Mühle, in der, wie er schnell gemerkt hat, nicht alles mit rechten Dingen zugeht. 

Sieben Mahlgänge besitzt die Mühle, wovon sechs ständig benutzt werden, der siebte scheinbar nie. Er wird deshalb der „Tote Gang“ genannt. Nur in den Neumondnächten taucht der „Herr Gevatter“, ein seltsamer Fremder mit einer flammendroten Hahnenfeder auf dem Hut, mit seinem Fuhrwerk vor der Mühle auf, dann wird die ganze Nacht hindurch im Toten Gang gemahlen. 

Am frühen Abend des Karfreitags wird Krabat zum ersten Mal in die Schwarze Kammer des Meisters gerufen. Der Meister und die elf Mühlknappen sind dort versammelt, auf dem Tisch liegt ein dickes, in Leder eingebundenes Buch mit schwarzen Seiten und weißer Schrift, daneben steht ein Totenkopf mit einer brennenden Kerze. Mit Erstaunen sieht Krabat, wie sich die Müllerburschen in Raben verwandeln und auf einer Stange niederlassen. Dann erfährt er vom Meister, dass seine dreimonatige Probezeit nun vorüber sei. Er wird als Schüler aufgenommen und selbst in einen Raben verwandelt. In dieser Schule wird jedoch nicht Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt, sondern die „Kunst der Künste“: die schwarze Magie. Das dicke Buch ist der Koraktor, er enthält alle Zaubersprüche der Welt und allein der Meister darf darin lesen. Jeden Freitagabend liest der Meister seinen Schülern in Rabengestalt aus dem Koraktor vor, so dass sie von Woche zu Woche Zauberspruch um Zauberspruch erlernen. 

In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag schickt der Meister die Mühlknappen aus, sich das „Mal“ zu holen. Je zu zweit ziehen die Müllerburschen los und verbringen die Osternacht unter freiem Himmel an einem Ort, an dem jemand gewaltsam zu Tode gekommen ist. Beim Auszählen wird Krabat Tonda zugesellt. Sie gehen zu „Bäumels Tod“. Um Mitternacht lauscht Krabat den Ostergesängen der Dorfmädchen, die aus Schwarzkollm herüberdringen. Die schönste und reinste Stimme ist die der Vorsängerin, der Kantorka. Später erzählt Tonda Krabat von Worschula, einem Mädchen, das er liebt gehabt hat und das nun tot ist. Er warnt Krabat, sollte er sich je verlieben, den Namen des Mädchens niemals preiszugeben, damit ihm nicht das gleiche Schicksal widerfahre. Bei Tagesanbruch zeichnen sie sich gegenseitig mit Kohle einen Drudenfuß auf die Stirn, das „Mal der geheimen Bruderschaft“. Zurück in der Mühle müssen sich die Müllerburschen abrackern, bis sich auch der Letzte den Drudenfuß von der Stirn geschwitzt hat. Von da an aber wird ihnen das ganze Jahr lang die Arbeit leicht von der Hand gehen, sofern sie zwischen Morgen und Abend verrichtet wird.

So vergeht Tag um Tag mit der Arbeit in der Mühle. Ende Oktober, beim Torfstechen, leiht Tonda Krabat sein Messer zum Pilzeschneiden. Als Tonda es aufklappt, ist die Klinge schwarz, als Krabat das Messer öffnet, jedoch blank und unverfärbt. Wenige Tage später ist das Torfstechen beendet. Auf dem Rückweg zur Mühle schenkt Tonda Krabat sein Messer, zum Andenken, wie er sagt, und erklärt ihm dessen besondere Eigenschaft: Sollte seinem Besitzer je ernsthafte Gefahr drohen, so färbt sich die Klinge schwarz.

Dann bricht der Winter herein über die Mühle im Koselbruch. Krabat bemerkt, ohne es sich recht erklären zu können, dass die Mühlknappen immer mürrischer und gereizter werden, je mehr sich das Jahr seinem Ende zuneigt. In der Nacht von Sylvester auf Neujahr erwacht Krabat gegen Mitternacht durch einen entsetzlichen Schrei im Hausflur, doch als er nachsehen will, lässt sich die Tür ihrer Kammer nicht öffnen. Schnell stellt er fest, dass einer der Mühlknappen fehlt: Tonda. Am Neujahrsmorgen finden sie ihn am Fuß der Bodenstiege liegend. Er ist tot.


Das zweite Jahr

Krabats zweites Jahr auf der Mühle beginnt traurig. Tonda wird auf dem Wüsten Plan begraben und Hanzo zum neuen Altgesell gewählt. Ansonsten lungern die Burschen herum und hängen ihren Gedanken nach. Die Mühle steht still, der Meister ist verschwunden. Erst am Vorabend des Dreikönigstags taucht der Meister wieder auf und treibt die Mühlknappen an die Arbeit. Als sie in der Nacht müde und erschöpft ihre Pritschen aufsuchen, finden sie in der Kammer einen neuen Lehrjungen, Witko. 

Am darauffolgenden Abend wird Krabat, zu seinem großen Erstaunen, freigesprochen: seine Lehrzeit ist beendet, fortan dient er als Geselle auf der Mühle im Koselbruch. Michal erklärt ihm später, das erste Jahr auf der Mühle gelte für drei. Auch ist Krabat im ersten Jahr merklich gealtert – genau um drei Jahre.

In der folgenden Zeit denkt Krabat immer wieder an Tonda, seinen toten Freund. Einmal begegnet er ihm im Traum. Tonda rät Krabat dem ersten Besten zu vertrauen, der ihn beim Namen ruft. Als Krabat aus seinem Traum aufgerüttelt wird, stehen Michal und Juro neben seiner Pritsche. Doch wer von beiden ihn zuerst beim Namen gerufen hat, lässt sich nicht entscheiden. Krabat beschließt, dass es kaum der dumme Juro gewesen sein könne und hält sich fortan an Michal, wenn er Rat oder Beistand braucht.

Ostern rückt heran. Alles verläuft wie im Jahr davor, nur dass Krabat die Osternacht diesmal mit Juro an „Bäumels Tod“ verbringt. Krabat denkt an Tonda – und an die Kantorka. Er beschließt „aus sich herauszugehen“, seinen Körper zu verlassen, wie er es in der Schwarzen Schule gelernt hat, um sie aus der Nähe betrachten zu können. Er ist so bezaubert von ihr, dass er um ein Haar nicht rechtzeitig vor dem Morgengrauen in seinen Körper zurückgekehrt wäre. Dann wäre ihm sein Körper für immer verschlossen geblieben und er hätte auf ewig herumirrem müssen, ruhelos zwischen Tod und Leben.

Ende Juni beginnen die Mühlknappen mit dem Bau eines neuen Wasserrades, gut drei Wochen später steht der Radhub an und wird gebührend gefeiert. 

Wann immer ein Müllerbursche auf Wanderschaft sich zur Mühle im Koselbruch verirrt und nach Zunftgebrauch Wegzehrung und Quartier begehrt, so wird er vom Meister stets mit höhnischen Reden abgewiesen. In diesem Hochsommer aber taucht ein Geselle auf der Mühle am schwarzen Wasser auf, der sich nicht abwimmeln lässt, sondern den Meister zum Zweikampf herausfordert – und diesen gewinnt. Erst da bemerken die Mühlknappen und der Meister, mit wem sie es zu tun gehabt haben: Pumphutt, ein mächtiger Zauberer, der die Freiheit und das Umherziehen als Geselle dem Müllerdasein vorzieht. 

In den folgenden Wochen lässt der Meister die Mühlknappen hart dafür büßen, dass sie seiner Niederlage beigewohnt haben. Krabat aber hat dieser Vorfall etwas Wichtiges gezeigt: der Meister kann besiegt werden.

Nach dem Herbst zieht der Winter ins Land, das Ende des Jahres rückt näher. Wieder stirbt ein Mühlknappe in der Sylvesternacht. Es ist Michal.


Das dritte Jahr

Krabats drittes Jahr im Koselbruch ist angebrochen. Erneut steht die Mühle tagelang still, bis an Dreikönig ein neuer Lehrjunge auftaucht. Es ist der kleine Lobosch, mit dem Krabat damals – vor einer Ewigkeit, wie ihm scheint – als Betteljunge durch die Gegend von Hoyerswerda gezogen ist. Vom ersten Tag an haben ihn alle gern, selbst Merten, der den Tod seines Vetters Michal nicht verwinden kann, ist freundlich zu ihm. Lobosch fasst schnell Vertrauen zu Krabat, der ihm nun mit Rat und Hilfe beisteht, so wie Tonda und Michael es einst auch für ihn getan haben. 

Zweimal in diesem Winter versucht Merten von der Mühle zu fliehen, erfolglos. Dann beschließt er sich das Leben zu nehmen. Doch auch dieser Versuch scheitert. „Wer auf der Mühle stirbt, bestimme ich“, höhnt der Meister ihn an. Damit sind für Krabat die letzten Zweifel darüber ausgeräumt, wer den Tod seiner beiden Freunde zu verantworten hat.

In der folgenden Zeit lernt Krabat in der Schwarzen Schule wie ein Besessener und hat schon längst alle Mitgesellen in der Kunst des Zauberns überflügelt. Er will sich rüsten für den Tag des Kampfes, die Stunde der Abrechnung mit dem Meister.

Wieder kommt Ostern heran, wieder dieselben Rituale. Krabat verbringt die Osternacht mit Lobosch an „Bäumels Tod“. Erneut denkt er an die Kantorka. In Gedanken lässt er ihr eine Nachricht zukommen. Auf dem Rückweg zur Mühle stiehlt Krabat sich unter einem Vorwand davon, und begegnet ihr zum ersten Mal. Doch sie ist nicht überrascht, so als habe sie schon lange darauf gewartet, Krabat endlich kennen zu lernen.

Von diesem Tag an ist Krabat wie verwandelt. Den Mühlknappen entgeht dies nicht, auch dem Meister nicht. Doch Krabat tut alle Fragen und Vermutungen ab. Auch Juro ist Krabats Veränderung nicht entgangen. Er schenkt ihm eine kleine, vertrocknete Wurzel an einer Schlinge aus dreifach gedrilltem Bindfaden, damit Krabat sich nicht um Kopf und Kragen träumt.

In der folgenden Zeit räumt der Meister Krabat allerlei Vergünstigungen ein, für seinen Musterschüler, wie er sagt. Doch Krabat ahnt, dass der Meister ihm eine Falle stellt, dass er hofft, Krabat werde sich und die Kantorka verraten, wenn er dann und wann die Mühle verlassen und sich auf einem Dorffest vergnügen darf. 

Juro enthüllt Krabat, dass er auf der Mühle den Dummen nur spielt, denn, so sagt er, wer zu viel lernt und den Meister merken lässt, dass er ihm gefährlich werden könnte, der muss in der Neujahrsnacht sterben. Der Meister habe einen Pakt mit dem „Herrn Gevatter“ und müsse ihm alljährlich einen seiner Schüler zum Opfer bringen, sonst sei er selber dran. Sich dumm zu stellen ist für Juro der beste Schutz, denn er weiß viel, auch weil ihm seine Stellung in der Mühle als „Mädchen für alles“ erlaubt, hin und wieder heimlich im Koraktor zu lesen. Dabei hat Juro auch entdeckt, dass es eine Möglichkeit gibt, dem Meister das Handwerk zu legen, die er Krabat nun offenbart: Wenn ein Mühlknappe ein Mädchen kennt, das ihn lieb hat, kann sie ihn beim Meister freibitten, wenn sie die Probe besteht. Doch darf der Meister auf keinen Fall vorher erfahren, wer das Mädchen ist. Sonst ergeht es ihr und dem Burschen wie einst Tonda und seiner Worschula.

Von da an ist Krabat noch mehr auf der Hut. Heimlich übt er mit Juro für den Tag der Probe, um sich bei der Prüfung dem Willen des Meisters widersetzen und der Kantorka die Aufgabe erleichtern zu können. Sie wird Krabat unter den Mühlknappen herausfinden müssen, die in Rabengestalt auf der Stange sitzen. Wenn es Krabat gelänge, seinen Schnabel unter den rechten statt unter den linken Flügel zu stecken, so könnte sie ihn erkennen.

Als im Herbst in Schwarzkollm die Kirmes stattfindet, gelingt es Krabat, der wieder einmal Ausgang bekommen hat, der Kantorka heimlich vom dem Plan zu berichten, stellt es ihr aber frei, sich darauf einzulassen oder auch nicht. Auf keinen Fall will er sie dazu überreden, das tödliche Risiko einzugehen, wenn es nicht ihr ganzer und freier Wille ist. Mit Krabats Messer – die Klinge ist schwarz, als er sie öffnet – schneidet sich die Kantorka eine Locke aus ihrem Haar und dreht sie zu einem Ring. Dies soll das Erkennungszeichen sein für einen Boten, den Krabat schicken wird um ihr Zeit und Ort der Prüfung mitzuteilen, wenn es soweit ist.

Als Krabat bei einer der Übungen mit Juro den Ring zufällig auf seinen Finger streift, vervielfachen sich plötzlich seine Kräfte. Nun ist er ganz sicher. Mit Hilfe des Ringes werden sie die Prüfung bestehen. 

In der Neumondnacht taucht wie üblich der „Herr Gevatter“ auf der Mühle auf. Doch diesmal verlässt er sein Fuhrwerk zu einer Unterredung mit dem Meister in der Schwarzen Kammer. 

Wenige Tage danach, es ist der Vorabend des Weihnachtsfestes, ruft der Meister Krabat zu sich und unterbreitet ihm ein Angebot: Krabat soll sein Nachfolger auf der Mühle werden. Doch Krabat lehnt ab. Als Meister müsste er jedes Jahr den Tod eines Gesellen verantworten, das kommt für ihn nicht in Frage. Der Meister räumt ihm eine Woche Bedenkzeit ein, doch Krabats bleibt bei seiner Antwort. 

Am Sylvestermorgen schickt Krabat Juro heimlich mit dem Ring von Haar aus, der Kantorka Nachricht zu überbringen. Krabat selbst wird vom Meister befohlen, auf dem Wüsten Plan ein Grab auszuheben. Es soll sein eigenes sein.

Gegen Abend findet sich die Kantorka wie verabredet auf der Mühle ein. Sie trägt ihre Abendmahlstracht und fordert den Meister auf, ihr ihren Burschen herauszugeben. Dazu muss sie die Prüfung bestehen. Doch diese verläuft anders als erwartet. Der Meister weist die Mühlknappen an, sich in der Schwarzen Kammer in einer Reihe aufzustellen, der Kantorka verbindet er die Augen. „Wenn du mir deinen Burschen zeigen kannst, darfst du ihn mitnehmen.“ Damit hatte Krabat nicht gerechnet. Wie soll er der Kantorka nun helfen. Angst übermannt ihn, unbändige Angst, denn er fürchtet, dass damit das Schicksal der Kantorka besiegelt ist. 

Dreimal schreitet die Kantorka die Reihe der Mühlknappen ab. Dann geschieht es. Sie bleibt stehen und zeigt auf Krabat: „Der ist es.“ Seine unbändige Angst um sie, die Kantorka hat sie gespürt und Krabat daran erkannt. Damit ist alles entschieden. Krabat ist frei, alle anderen Mühlknappen auch. Ihre Zauberkräfte jedoch haben sie von Stund an verloren, sie sind wieder gewöhnliche Müllerburschen. Die Mühle wird in Flammen aufgehen, der Meister die Nacht nicht überleben. Krabat und die Kantorka aber brechen auf in ein neues Leben.

 

Zum Seitenanfang