"Krabat"  -   Ein Internetprojekt der Klasse 7c des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Pfullingen

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Die Mühle im Koselbruch ist keine gewöhnliche Mühle, sie ist auch eine Schwarze Schule, in der den Müllerburschen das Zaubern gelehrt wird, die schwarze Magie.

Jeden Freitagabend verwandeln sich die Müllerburschen in Raben und setzen sich auf die Stange in der Schwarzen Kammer des Meisters. Dann liest ihnen der Meister aus dem Koraktor, dem „Höllenzwang“, vor, einem Buch mit schwarzen Seiten und weißer Schrift, das alle Zaubersprüche der Welt enthält. Es liegt an einer Kette auf dem Tisch in der Mitte der Schwarzen Kammer neben dem Totenschädel mit der roten Kerze. Nur der Meister darf darin lesen.




In jeder Zauberstunde liest der Meister dreimal in singendem Tonfall die Anweisungen und die Zauberformel vor, die unverständlich und bedrohlich klingt. Dann müssen die Mühlknappen in Rabengestalt einer nach dem anderen die Sprüche und Formeln wiederholen. So lernen sie von Woche zu Woche wie man einen Brunnen zum Versiegen bringt, wie man den Mehlstaub aus der Mahlstube wehen lässt, wie man sich in ein Tier verwandelt, wie man Pilze wachsen lässt, wie Bretter sich verlängern lassen, wie man es schneien lässt, wie man andere glauben lässt, sie würden von wilden Hunden verfolgt, wie man „aus sich hinausgeht“ und noch vieles mehr. 

Der Meister zwingt die Burschen aber nicht zum Lernen. Er unterrichtet sie jeden Freitag, doch wieviel sie sich merken, scheint ihm egal zu sein. 

Die erlernten Zauber können die Müllerburschen in den verschiedensten Situationen anwenden. Eigentlich könnten sie fast jede beliebige Arbeit durch Zauberei verrichten, doch sie tun es nicht, denn wenn man nichts mehr mit den eigenen Händen verrichtet, würde das Leben langweilig und unerträglich. 

Einige Zauber sind auch gefährlich für den, der sie ausführt. Verwandelt sich zum Beispiel ein Mühlknappe in ein Pferd oder einen Ochsen, um auf dem Markt verkauft zu werden, so muss man ihm vor dem Verkauf den Halsstrick abnehmen, sonst kann er sich danach nicht mehr zurückverwandeln. Oder wenn man „aus sich hinausgeht“, so kann man das nur nachts tun und muss vor dem Sonnenaufgang in seinen Körper zurückkehren. Tut man das nicht, bleibt einem der eigene Körper für immer verschlossen und wird als tot begraben, während man selbst ewig umherirren muss ohne sich jemals wieder zeigen zu können.

Die schwarze Magie ist mächtig, aber sie ist nicht unbesiegbar. Juro sagt einmal zu Krabat: „Es gibt eine Art von Zauberei, die man mühsam erlernen muss: Das ist die, wie sie im Koraktor steht, Zeichen für Zeichen und Formel um Formel. Und dann gibt es eine, die wächst einem aus der Tiefe des Herzens zu: aus der Sorge um jemanden, den man lieb hat. Ich weiß, dass das schwer zu begreifen ist – aber du solltest darauf vertrauen, Krabat.“

Diese andere Art der Zauberei, die gut ist und aus der Liebe hervorgeht, gewinnt am Ende. Mit ihrer Hilfe kann die Kantorka den Meister besiegen und Krabat und die anderen Mühlknappen befreien.

Wenn ihr nun mehr über die Zauber der Schwarzen Schule wissen möchtet, lest einfach selber das Buch von Krabat!



Amelie & Annika