"Krabat"  -   Ein Internetprojekt der Klasse 7c des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Pfullingen

Home
Der Inhalt
Die Orte
Die Mühle
Der Meister
Krabat
Die Mühlknappen
Der "Herr Gevatter"
Die Kantorka
Zaubern
Rituale und Bräuche
Die Krabat-Sage
Die Sorben
Krabat-Quiz
Das Projekt

Das Projekt


Der Deutschlehrer meldet sich zu Wort: 

Über das "Wie" und das "Warum" dieses Projekts


"Du musst wissen, Krabat, dass du in einer Schwarzen Schule bist. Man lernt hier nicht Lesen und Schreiben und Rechnen - hier lernt man die Kunst der Künste." Mit diesen Worten belehrt der Meister seinen neuen Schüler in dessen erster "Unterrichtsstunde" in Schwarzer Magie. Nun sind wir nicht in einer Schwarzen Schule - zum Glück, möchte man sagen - und hier wird durchaus Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt - was möglicherweise nicht alle Schüler als Glück bezeichnen würden - und darüber hinaus noch einiges mehr. Der bewusste und geübte Umgang mit dem Computer gehört in der heutigen Zeit zweifelsohne dazu.

Nicht zuletzt aus diesem Gedanken heraus entstand im Rahmen einer Unterrichtseinheit zu Otfried Preußlers vielfach ausgezeichnetem Jugendroman "Krabat" das vorliegende Internet-Projekt. Die Arbeit an dem Projekt hat dabei den "klassischen" Deutschunterricht ergänzt, nicht ersetzt. 

Die Themen für das Projekt wurden im Unterricht ausgewählt und von den Schülergruppen in Eigenregie - teils in gemeinsamen Projektstunden, teils zu Hause - ausgearbeitet. Lediglich die Inhaltsangabe habe ich selbst verfasst, da mir diese unerlässlich erschien, sich jedoch keine Schülergruppe dafür begeistern konnte.

Im Vordergrund bei dem Projekt stand für mich das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten der Schülerinnen und Schüler sowie die Freude an der Auseinandersetzung mit dem Roman, wobei dieses Projekt natürlich nur einen Ausschnitt unserer Beschäftigung mit dem Roman im Unterricht widerspiegelt. Wir haben im Unterricht gemeinsam gelesen, uns Fragen gestellt, nach Antworten gesucht und diskutiert, wir haben Episoden umgeschrieben, weitergeschrieben oder hinzuerfunden, wir haben Standbilder erstellt, Steckbriefe verfasst und Szenen gespielt, wir haben uns mit Sprache und Symbolen und ihrer Bedeutung beschäftigt, wir haben uns informiert, welche Arten von Wassermühlen es gibt und wie sie funktionieren ... und anderes mehr, dessen Darstellung den Rahmen des Projekts gesprengt hätte. Zudem möchte dieses Projekt dazu anregen, sich selbst auf das "Abenteuer Krabat" einzulassen, und nicht in allem unsere Sicht der Dinge bereits vorgeben oder vorwegnehmen.

Das Ziel, die Ergebnisse im Internet zu veröffentlichen, legte es nahe, dass die Schülerinnen und Schüler die einzelnen Projektbeiträge direkt in einem Textverarbeitungsprogramm verfassten, so dass auf diese Weise einerseits der Umgang mit den neuen Medien weiter geübt, andererseits eine einfache und schnelle Überarbeitung der Texte ermöglicht wurde. 

Die Überarbeitung der Beiträge erfolgte weitgehend, indem die Schülergruppen ihre Texte untereinander austauschten, sich gegenseitig korrigierten und Tipps oder Verbesserungsvorschläge unterbreiteten. 

Die Bilder und Zeichnungen zur Illustration der verschiedenen Themen wurden ganz traditionell mit Papier und Stift angefertigt, anschließend digitalisiert und mit einem Bildbearbeitungsprogramm optimiert.

Warum aber ausgerechnet "Krabat" als Unterrichtsgegenstand und als Gegenstand dieses Projekts? 

Zunächst einmal, weil es ein schönes, ein faszinierendes Buch ist, eine Geschichte, die den Leser fesselt und verzaubert, die die Phantasie anregt und Lust aufs Lesen und Weiterlesen macht. Dies im Unterricht zu vermitteln und zu erfahren, ist in unserer von kurzlebigen Reizüberflutungen geprägten Zeit zweifellos von großer Bedeutung. Dass Ergebnisse und Produkte dieser Leseerfahrung im Medium des Internets dargestellt werden, scheint mir dabei kein Widerspruch zu sein, sondern eine geeignete Möglichkeit, wie sogenannte alte und neue Medien voneinander profitieren können.

Darüber hinaus ist "Krabat" ein Roman, aus dem man, ganz ohne den berüchtigten erhobenen Zeigefinger, viel lernen kann - letzlich vielleicht vor allem dies: dass es nicht besondere Fähigkeiten oder Besitztümer sind, die einen Menschen auszeichnen, sondern der Wille und das Vermögen, das Gute zu erkennen, in entscheidenden Momenten mit Herz und Verstand das Richtige zu tun. Dies gilt für Krabat, für Juro, für die Kantorka ... und es gilt für jeden von uns. 

Otfried Preußler hat dies einmal folgendermaßen formuliert: "Mein Krabat ist keine Geschichte, die sich nur an junge Leute wendet, und keine Geschichte für ein ausschließlich erwachsenes Publikum. Es ist die Geschichte eines jungen Menschen, der sich mit finsteren Mächten einlässt, von denen er fasziniert ist, bis er erkennt, worauf er sich da eingelassen hat. Es ist zugleich meine Geschichte, die Geschichte meiner Generation, und es ist die Geschichte aller jungen Leute, die mit der Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken. Da gibt es nur einen Ausweg, den einzigen, den ich kenne: den festen Willen, sich davon freizumachen, die Hilfe von treuen Freunden - und jene Hilfe, die einem aus der Kraft der Liebe zuwächst, der Liebe, die stärker ist als die Macht des Bösen und alle Verlockungen dieser Welt."
 (Quelle: http://www.preussler.de/multimedia/krabat-index.html)

Für uns ist dieses Projekt eine schöne Erinnerung an die gemeinsam mit "Krabat" verbrachte Zeit, für alle anderen, so hoffen wir, eine Anregung sich etwas intensiver mit dem Roman zu beschäftigen oder - sofern sie das Buch noch nicht kennen - sich schnellstmöglich auf dieses spannende und faszinierende Leseabenteuer einzulassen ...

 

Marcus Matthäi
im Februar 2007




Zum Seitenanfang