Friedrich-Schiller-Gymnasium Pfullingen
Heute ist Freitag, der 28.02.2020

Aktuelles

 

 

 

„Die fliegende Salami" oder "Woher kommen eigentlich Geschichten?"
- Autorenlesung in der Mediothek


 

Wieder einmal war die Mediothek des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Pfullingen am vergangenen Mittwoch, den 29.01.2020 Schauplatz einer Kulturveranstaltung für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6. Sie waren von Beate Hofmann, Bibliothekarin des FSG, eingeladen, an einer musikalischen Lesung des Reutlinger Autors Jochen Weeber („Was ist bloß mit Gisbert los?“) teilzunehmen, der aus seinen zahlreichen Kurz- und Kürzestgeschichten einige ausgewählte präsentierte, musikalisch untermalt durch sein Akkordeon.

 

 

Weebers Potpourri bot eine Vielzahl an Figuren und Geschichten, die für die anwesenden Kinder vor allem durch ihre Lebendigkeit und Alltagsnähe besonders greifbar waren. Ob durch den Aufzug fliegende Salami, die dem wenig geschätzten ehemaligen Mathelehrer der Hauptfigur im Haar landet, Urlaub in einem schiefen Haus oder ein enttäuschter Schüler, der in den Sommerferien bei seiner Oma beschließt, einmal einen Tag lang alles falsch zu machen und Kirschen in den Baum klebt – immer erzählen Weebers Geschichten von den kleinen und großen Nöten ihrer Figuren, liebevoll begleitet von einem Augenzwinkern. Zwischen den Lesungen konnten die Schülerinnen und Schüler Jochen Weeber Fragen stellen, die sie schon immer einem Autor stellen wollten. Diese reichten von Nachfragen zu Anzahl und Umfang der bisher veröffentlichten Bücher bis hin zur Erstellung und Produktion von Hörspielen, die ebenfalls zum Repertoire des Autors gehören. Besonders interessant, auch aus Sicht der anwesenden Deutschlehrerinnen Frau Märkle und Frau Müller, waren hier sicher die Fragen, die sich um das Entstehen und Schreiben der Geschichten drehten. Weeber offenbarte den Kindern, dass er sich von seiner Umgebung und realen Erlebnissen und Menschen zwar inspirieren lässt, diese aber nicht einfach nacherzählt, sondern versucht, das Besondere an diesen Erlebnissen und Menschen herauszufiltern und dann mit neuen Zusammenhängen und Ideen zu verweben. Begleitet wird er dabei nicht selten von seinem Kater, der ihn auch mal zu einer Mittagspause zwingt.

 

Abschließendes Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung des von Weeber entworfenen „Autormats“, mit dem er Ende Juni auch in Pfullingen bei der „Langen Nacht der Stadtkultur“ anwesend sein wird. Wie bei einem Fotoautomaten können Besucherinnen und Besucher Geld einwerfen und sich dann, je nach Vorliebe und Alter, eine Geschichte vorlesen lassen. Weeber sitzt dabei hinter einem Vorhang, den er zum Vorlesen öffnet und seine Geschichten damit wie auf einer kleinen Bühne präsentiert. Für einen kurzen Moment können die Besucher so ihrem Alltag entfliehen und eintauchen in die Welt der Poesie.  Für die Schülerinnen und Schüler war die 90minütige Lesung somit eine rundum gelungene Vorstellung, die hoffentlich die Lesefreude geweckt, bestätigt und gefördert hat.

 

 

Bericht: Franziska Müller; Fotos: Beate Hofmann

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