"Krabat"  -   Ein Internetprojekt der Klasse 7c des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Pfullingen

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Die Krabat-Sage


Die bekannteste aller Sorbensagen ist wohl die des Zaubermeisters Krabat. 

Krabat stammte aus einer armen Familie, deshalb musste er sich sein Geld mit Betteln verdienen. Eines Tages verlief sich Krabat in einem dunklen Wald bei Hoyerswerda. Nach einer langen Wanderung erreichte er eine Wassermühle. In dieser Mühle lebte ein Müllermeister mit seinen elf Müllerburschen. Da der Meister Mitleid mit dem armen Krabat hatte, nahm er in als Lehrling in der Mühle auf. 

Nach einiger Zeit merkte Krabat aber, dass in dieser Mühle nicht nur Korn gemahlen wurde. Hier wurden die Müllerburschen auch in der Schwarzen Schule, der Zauberschule, unterrichtet. Der Meister las den Müllerburschen jeden Freitag aus dem Zauberbuch vor. Krabat wollte mehr über die Schwarze Schule erfahren. Deshalb beobachtete er den Meister oft. Außerdem las er im Zauberbuch, in dem eigentlich nur der Meister lesen durfte. So kam es, dass Krabat bald dem Meister in der Zauberei überlegen war. 

Dies jedoch merkten die anderen Müllerburschen und verrieten es dem Meister. Krabat wusste, dass er sterben musste, wenn der Meister davon erfahren würde, dass einer seiner Müllerburschen ihm überlegen war. Andere Müllerburschen ertranken deshalb oder fielen ins Wasserrad. Es gab jedoch eine Möglichkeit für Krabat zu überleben. Dies war die Liebe einer Mutter zu ihrem Sohn. 

Krabat machte sich so schnell wie möglich auf den Weg nach Hause. Seine Mutter konnte die Wandlung ihres Sohnes, der vor einiger Zeit doch noch bettelte, am Anfang gar nicht fassen. Krabat wusste, was der Meister vorhatte. Er würde alle Müllerburschen in Krähen verwandeln. Dann musste sie Krabat unter den zwölf Krähen erkennen. Seine Mutter war natürlich einverstanden. Sie wollte ja nicht, dass ihr Sohn sterben musste. Da alle Krähen gleich aussahen, verabredeten Krabat und seine Mutter ein Zeichen, so dass sie ihn erkennen konnte. 

Krabat und seine Mutter gingen zur Mühle zurück. Als sie die Mühle erreicht hatten, kam es, wie Krabat vermutet hatte. Der Meister verwandelte alle Müllerburschen in Krähen. Konnte Krabats Mutter ihn erkennen waren beide frei. Schaffte sie es aber nicht, konnte Krabat dem Tod nicht entgehen. Dank des vereinbarten Zeichens erkannte sie ihren Sohn natürlich gleich. Krabat steckte seinen Kopf unter den linken Flügel. Sie waren frei. Der Meister konnte es nicht glauben, aber er musste die beiden wohl oder übel ziehen lassen. Krabat und seine Mutter rannten so schnell wie möglich nach Hause. 

Nach einiger Zeit bemerkte der Meister erst, dass Krabat und seine Mutter ein Zeichen vereinbart hatten, um dem sicheren Tode Krabats zu entgehen. Der Meister forderte ihn zu einem Zweikampf heraus, den Krabat dann schließlich gewann. Mithilfe seiner Zauberkräfte half er später ärmeren Menschen. Er machte kärgliches Ackerland wieder fruchtbar und, wenn der Regen längere Zeit ausblieb, half er auch hierbei ein bisschen nach.


Otfried Preußler schreibt über die Sage, die er als Vorlage für seinen Roman verwendete:


„Als Vorlage für meinen ‚Krabat’ habe ich eine alte sorbische Volkserzählung verwendet, die ich bereits als Kind kennen gelernt hatte, in einem Sagenbuch der Lausitz aus der Bibliothek meines Vaters. […] Wie alle richtigen Volkssagen ist auch die Krabat-Sage zeitlich und geographisch lokalisiert, und zwar spielt sie im ausgehenden 17. Jahrhundert in der schlesischen Oberlausitz, in der Nähe von Hoyerswerda und Kamenz; und es versteht sich von selbst, dass ich diese genaue Lokalisierung für meine Geschichte weitgehend übernommen habe.“

Quelle: http://www.preussler.de/multimedia/krabat-index.html




Jan & Julian